1 - Eine Gastronomie im Zeichen des Meeres

Iodierte Köstlichkeiten von der Küste und Produkte aus dem Meer landen auf Ihrem Teller: die Sardine aus Saint Gilles Croix de Vie, Austern von Vendée Atlantique und eine schmackhafte Seezunge "Sablaise", ein Barsch oder Schalentiere.

Die Küstenfischerei in der Vendée

pêcheDas 250 km lange Küstengebiet ist ein hervorragendes Laichgebiet für zahlreiche Fischarten und deshalb auch ein bevorzugtes Fischereigebiet. Zu den typischen Fischarten des Departements zählen somit Seeteufel, Seehecht, Witting, die "Sablaise" genannte Seezunge, Rotbarsch, Dorsch, Katzenhai, Makrele, Thunfisch, Barsch und die berühmte Sardine aus Saint Gilles Croix de Vie. Aber die Küstenregion der Vendée hat auch zahlreiche Schalentiere zu bieten: rosa und graue Shrimps, Kaisergranate, Seespinnen, Krabben (Schläfer, Schwimmkrabben...) und der himmlische blaue Hummer. Die bekanntesten Kopffüßer (Molluske) sind unter dem Namen Kalamare und Tintenfische bekannt und leben ebenfalls in den Gewässern der Vendée.
 

Die Austern von Vendée Atlantique

Huîtres Vendée

In den 50-er Jahren haben die Austernzüchter beschlossen, sich entlang der Küstenregion der Vendée südlich der Loire anzusiedeln. Die Besonderheit dieses Gebietes, die darin liegt, dass sich hier zahlreiche Sümpfe befinden und sich das milde Klima bestens für die Zucht und das Wachstum der Austern eignet, ist diesen Züchtern nicht entgangen. Drei Becken (Die Bucht von Bourgneuf - Noirmoutier, Talmont Saint Hilaire und die Bucht Aiguillon) haben sich zum Zentrum der Austernzucht entwickelt: hier wachsen die Austern heran. Am etwa 80 km langen Küstenstreifen werden deshalb 10.000 Tonnen Austern pro Jahr erzeugt.
 

Die Sardinen aus Saint Gilles Croix de Vie

SardinesSaint Gilles Croix de Vie ist nicht nur ein charmanter Badeort, sondern auch im Hinblick auf die Sardinen der bedeutendste Fischereihafen am Atlantik. Jedes Jahr werden rund 2.500 Tonnen Sardinen gefangen und in Konserven verpackt. Im Jahr 2000 hat die Sardine aus Saint Gilles Croix de Vie das Prädikat Label Rouge erhalten, und ist somit der erste wild gefangene Fisch, dem diese Auszeichnung verliehen wurde. Sardinen werden an der Küste von Saint Gilles Croix de Vie seit Beginn des 17. Jahrhunderts gefangen. Schnell lernten die Einheimischen, den kleinen Fisch für eine längere Haltbarkeit zu konservieren. Daraus entstanden die berühmten Ölsardinendosen.
 

Die Zuchtmiesmuscheln

moules de bouchotDie Bucht von Aiguillon ist berühmt für ihre Muschelzucht und verdankt ihren Ruf den auf Pfählen gezogenen Muscheln (Eichenpfähle im Wasser). Diese Pfahlanlagen sind die ältesten der Welt und gehen auf das 13. Jahrhundert zurück.  Die kleinen aber gut gefüllten Zuchtmiesmuscheln besitzen eine schöne gelbe Farbe mit einer sehr schwarzen, ziemlich harten Schale. Sie haben einen intensiven Geschmack. In der Vendée finden sich verschiedene Zubereitungsarten dieser außergewöhnlichen Muscheln, aber auch dabei ist die Einfachheit Pflicht, denn die Qualität des Produkts allein reicht schon aus.  

Die Seezunge

Die Seezunge von Sables d'Olonne, auch die "Sablaise" genannt, ist ein Plattfisch, der vor der Küste der Vendée lebt. Für den Teller wird das magere, weiße und feste Fleisch der Seezunge von Sables filetiert oder im Ganzen auf "Müllerin" Art zubereitet, in Mehl, mit Butter und Zitronensaft.
 

Das weiße Gold aus den Salzwiesen der Vendée

Sel de Noirmoutier

Hier wird es das weiße Gold genannt! An der Atlantikküste verewigen die noch in Betrieb befindlichen Salzwiesen ein alt überliefertes Know-how zur Gewinnung von Fleur de Sel und Meersalz, auf der Insel Noirmoutier, in den Sumpfgebieten des Marais Breton, de Vie oder Olonne, oder aber im Talmondais. Das Prinzip von Salzwiesen ist recht einfach zu verstehen: es bedarf bestimmter klimatischer und geologischer Bedingungen, um eine maximale Sättigung von Natriumchlorid im Meerwasser zu erhalten. Die Erntezeit erstreckt sich von Mai bis September. In dieser Zeit genügt es, das "weiße Gold" Salz mit einem traditionellen großen und flachen "Simoussi" genannten Rechen an den Rand des Beckens zu ziehen.