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(Informationen auf Englisch)
Das Hafenstädtchen Saint Gilles Croix de Vie ist bekannt für seine Sardinenfischerei, eine Aktivität, die dort im Jahre 1875 aufgrund der überaus günstigen Bedingungen ihren Ursprung fand. Noch heute zählt der Hafen etwa 150 Berufsfischer und 55 Schiffe. Jedes Jahr werden hier zwischen April und Oktober neben zahlreichen anderen Fischarten rund 2500 Tonnen Sardinen gefangen.
Die Sardine von Saint Gilles Croix de Vie wurde vor über 10 Jahren als erster wilder Fisch mit dem begehrten Gütesiegel « label rouge » ausgezeichnet und gilt als DIE Spezialität schlechthin.
Gerade rechtzeitig zur Grillsaison ab Mai/Juni findet man die Fische auf allen Märkten der Vendée…denn, gegrillt schmecken sie am besten ! Dazu serviert man traditionell die köstlichen Frühkartoffeln von der Insel Noirmoutier mit der ebenfalls dort produzierten Salzbutter…ein echter Genuss, typisch, einfach, gesund und noch dazu sehr preiswert.
Die kleineren Fische werden seit 1887 in der Konservenfabrik Gendreau/La Perle des Dieux verarbeitet und mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in wunderschön dekorierten Dosen angeboten. Wie guter Wein, entfalten sie ihr wahres Aroma nach 3 bis 4 Jahren, wobei man die Dosen alle 6 Monate umdrehen sollte. Ein tolles Souvenir aus Ihrem Urlaub an unserer Küste.
Weitere Produkte finden Sie in den Delikatessläden der Vendée und außerhalb des Departements sogar bis nach Paris.
Und wer mehr über die Geschichte der Sardine und der Sardinenfischerei in Saint Gilles erfahren und dazu leckere Produkte kosten möchte, dem empfehle ich einen Besuch in der « Conserverie La Perle des Dieux ».
Mehr Infos finden Sie unter http://www.laperledesdieux.com/
In Jard-sur-Mer empfehle ich ein sehr nettes Café in der Hauptstrasse: „Café Clémenceau“ Tony und Laurence empfangen (mit Herz und Witz) das ganze Jahr über ihre Gäste. Ein besonderer Tag ist der Marktag (montags), da treffen sich viele Stammgäste und genieβen die Witze von Tony sowie einen Kaffee oder ein belgisches Bier. Tony spricht sogar Englisch!
In „Le Veillon“ gibt es von April bis September ein sehr nettes Lokal mit wunderbarer Aussicht direkt am Strand: „Le Pierrot Bar“. Hier können Sie nach dem Strandspaziergang oder dem Baden einfache Gerichte wie Miesmuscheln oder Austern essen und dabei ein Glas „Muscadet“ trinken.
Wer auf der Suche nach natürlichen und typischen Produkten aus der Vendée ist, darf sich einen Besuch in « La Maison du Terroir » in Brem sur Mer nicht entgehen lassen. Hier findet man so ziemlich alles, was Herz und Magen begehren !
Mit viel Liebe und Leidenschaft vertreiben die Besitzer Lydie und Patrick kulinarische Köstlichkeiten von mehr als 40 Produzenten aus der Vendée : Obst, Gemüse, Geflügel, Fleisch, Eier, Meeresprodukte, Milchprodukte, Konserven, Teigwaren und vieles mehr finden hier ihren Platz. Oberstes Gebot bei der Auswahl der Hersteller ist der Respekt von Natur und Saison. Wer im Dezember Erdbeeren sucht, ist hier an der falschen Adresse. Hier findet man eher ein Wurmloch im Apfel, eine Feder an der Eierschale, Joghurt mit echten Früchten und Crème fraîche, die nach frisch gemolkener Milch schmeckt.
Eine natürliche Tierhaltung mit langsamem Wachstum und der Verzicht auf chemische Zusätze sind einzig und allein Garant für Qualität und Geschmack !
Vergessen Sie nicht, den hinten angrenzenden Weinkeller zu besuchen. Als ehemaliger Sommelier hat Patrick vor einigen Jahren die « Union des Grands Fiefs de Brem » gegründet, die fünf Weinbauern des in 2011 mit dem Gütesiegel A.O.C. ausgezeichneten Anbaugebiets Brem vereinigt. Auch bei der Weinherstellung steht ein großes Umweltbewusstsein im Vordergrund. Langsam heranwachsende und voll ausgereifte Trauben machen Weiss-, Rosé- und Rotweine aus diesem einzigartigen Gebiet zu einem wahren Genuss.
Die « Domaine Saint Nicolas » von Thierry Michon bietet Demeter-Weine an, wobei die Auslese « Le Haut des Clous » in 58 Sterne Restaurants in 17 Ländern vertreten ist.
Als besonderes Souvenir aus dem Anbaugebiet Brem empfehle ich Ihnen Patricks Stolz, die « Trousseminette », aus eigener Herstellung. Ein köstlicher und typischer Aperitiv aus der Vendée ! Hmmm… (siehe Artikel « Troussepinette und Préfou)
Kann man da nicht auf einen Besuch im Supermarkt verzichten ?
Der Rot oder Weißwein „Marie du Fou“ schmeckt zu allen Gerichten wunderbar: Er gehört zu den „Fiefs Vendéens Mareuil „und wird im Chateau „Marie du Fou“ von der Familie Mourat in Mareuil sur Lay hergestellt.
Die Vendée ist bekannt für ihre hervorragenden Austern « huîtres Vendée-Atlantique ». Die Konditionen für die Austernzucht sind hier ideal. Das milde Klima, eine sehr gute Wasserqualität, bei Ebbe weite freigelegte Zonen und die bei Flut gut bewässerten Kanäle des Moores, sorgen für eine schnelle Vermehrung des Planktons, von dem sich die Austern hauptsächlich ernähren.
So haben sich seit den fünfziger Jahren drei große Zuchtgebiete entwickelt : die Bucht von Bourgneuf und die Insel Noirmoutier im Norden, sowie die Bucht von L’Aiguillon im Süden. Hier werden jährlich rund 10 000 Tonnen Austern gezüchtet.
Für uns Deutsche sind rohe Meeresfrüchte im Allgemeinen etwas gewöhnungsbedürftig, und so hat es mich auch einige Überwindung gekostet, meine erste Auster zu schlürfen. Aber mittlerweile sind diese jodhaltigen, vitaminreichen und kalorienarmen Tierchen für mich zu einem regelrechten Genuß geworden.
Die Austernsaison zieht sich über alle Monate mit « r » hin, also von September bis April, und findet ihren Höhepunkt zum Jahresende. Kein Festessen ohne Austern, ganz gleich, ob sie roh nur mit Zitrone oder Weinessig mit feingeschnittenen Schalotten serviert werden, oder überbacken mit Knoblauchbutter, Petersilie, Weißwein und Paniermehl.
Nahezu alle Züchter bieten vor Ort einen Direktverkauf an. Wer sich aber die (manchmal blutige) Arbeit des Öffnens dieser widerspenstigen Gehäuse ersparen möchte, kann die Austern auch an Ort und Stelle genießen, begleitet von einem Glas trockenen Weißweins.
Eine tolle Adresse ist zum Beispiel « P’tit Louis » auf Noirmoutier, zwischen La Guérinière und Noirmoutier en l’Ile. Hier werden bei guter Laune auf einer sonnigen Terrasse (selbst im November !) inmitten des Sumpfgebiets, neben Austern auch andere Meeresfrüchte serviert. Sie können dazu viele andere lokale Produkte entdecken und erwerben, wie zum Beispiel das geschätzte Salz aus Noirmoutier oder die leckeren, mit Noirmoutier-Salz gewürzten Karamelbonbons.
Der Apéritif ist in Frankreich wichtiger Bestandteil der Mahlzeiten. Da macht auch die Vendée keine Ausnahme. Diese gesellige Versammlung vor dem Essen kann sich bis zu Stunden hinziehen und dabei die eigentliche Mahlzeit selbst ersetzen.
Typisches Getränk in der Vendée ist die « Troussepinette », auch « vin d’épines » genannt, ein mit Schwarzdorntrieben aromatisierter Rotwein, der je nach Qualität einen Alkoholgehalt bis zu 20° entwickeln kann. Eine geschmackliche Variante dazu ist eine Mazeration aus Weißwein mit Pfirsichblättern.
Natürlich muss der Flüssigkeit auch etwas Festes entgegen gesetzt werden. Gern wird dazu das « Préfou » serviert, ein aufgebackenes Weißbrot mit Knoblauch und Butter. Mittlerweile werden neben dieser traditionellen Form auch andere Geschmacksrichtungen angeboten, zum Beispiel Tomate oder Ziegenkäse.
Sehr lecker…aber mit Vorsicht zu genießen (ich denke dabei vor allem an die Troussepinette). A votre santé !